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Stadtsportverband Menden : Garthe übernimmt vorübergehend die Amtsgeschäfte

 WP-Menden, 13.06.2010, Oliver Diepes

Menden. Klare Worte und eine große Überraschung bei der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes am Freitagabend: Der erste Vorsitzende Udo Schulze-Bramey legte sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder.

Ein Nachfolger konnte auf der Sitzung im Sportcasino nicht gefunden werden. „Ich musste in den letzten Wochen und Monaten erkennen, dass mein beruflich notwendiges Engagement und das erforderliche Engagement für den Stadtsportverband nicht mehr zu vereinbaren sind“, lautet die Begründung des ehemaligen Vorsitzenden. Der zeitliche und gedankliche Stress schlage sich dabei mehr und mehr auf seine Gesundheit nieder, heißt es in der Erklärung weiter. Zur Verwunderung aller anwesenden Sportvereine erfolgte nun der Rücktritt von Schulze-Bramey, der sich erst im vergangenen Jahr knapp gegen die überraschende Gegenkandidatin Brigitte Gramse hatte durchsetzen können.

In der Vergangenheit hatte Schulze-Bramey viele wichtige Termine des SSV aufgrund beruflicher Verpflichtungen selbst nicht wahrnehmen können. „Ein nur für die Repräsentationsaufgaben verantwortlicher erster Vorsitzender ist kein Amt, das ich gerne ausfüllen möchte“, betonte er.

Somit ist vorerst der zweite Vorsitzende Wolfgang Garthe, der mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt wurde, das offizielle Gesicht der Dachorganisation zahlreicher heimischer Vereine. Ein neuer erster Vertreter soll noch bis zur nächsten Generalversammlung gefunden werden.

Neben einem Rückblick in ein weitgehend erfreuliches Jahr stand vor allem ein differenzierter Ausblick in die sportliche Zukunft der Hönnestadt im Mittelpunkt des Abends. Scharf kritisiert wurden vor allem die geplanten Satzungsänderungen des Kreissportbundes, die schon am Donnerstagabend in Neuenrade auf der Jahreshauptversammlung des Dachverbandes aller Vereine im Märkischen Kreis heftig diskutiert wurden. Im Fokus der Kritik steht besonders die Forderung, dass jeder Verein angesichts knapper Gemeindekassen an den Kreisportverband 30 Cent pro Mitglied leisten soll. „Möglichst viele Mendener Vereine sollten an der nächsten KSB-Sitzung teilnehmen, denn auf der Versammlung wird auch über die Zukunft der Vereine entschieden“, forderte der Vorstand die Vorsitzenden auf.

Auch die geplante Hallennutzungsgebühr nahmen die Sportler ins Kreuzfeuer. „Die jungen Sportler werden sich mit geballter Kraft gegen die Gebühr wehren“, betonte Cornelia Jung. Heinz Dröscher, Vorsitzender des SV Menden, äußerte ebenfalls seinen Unmut gegenüber den zusätzlichen Kosten. „Wir müssten einige kleine Abteilungen dicht machen, das wäre finanziell eine zu starke Belastung für uns“, machte der Vorsitzende des größten heimischen Vereins deutlich. Dabei zeigte er sich enttäuscht, dass die Stellungnahme zur Hallennutzungsgebühr von dem SSV-Vorstand in seinen Augen viel zu spät erfolgte.

Kontroversen beherrschten das Treffen auch bei der Planung der Sportveranstaltung „Menden bewegt sich“, auf der sich heimische Sportvereine einer breiten Öffentlichkeit vorstellen können. Erst sollte das Ereignis im kommenden Jahr aus terminlichen und organisatorischen Gründen abgesagt werden, am Freitagabend brachte der zweite Vorsitzende Wolfgang Garthe einen neuen Vorschlag in die Runde: Die Studenten des Studienganges „Sport- und Eventmanagement“ der Fachhochschule BiTS in Iserlohn übernehmen die Organisation solcher Großereignisse im Rahmen einer praktischen Projektarbeit. Eine mögliche Kooperation mit der BiTS soll zusammen mit dem neuen Marketingchef der Stadt Menden, Josef Guthoff, besprochen werden.

Ralf Reimann, Vorsitzender der DJK Bösperde, sagte die Teilnahme seines Vereins an dem Event, der Ende Mai 2011 stattfinden soll, bereits am Freitagabend ab. „Ich kann keine Leute aus meinen Reihen zu diesem Zeitpunkt finden, die sich zusätzlich zu den Veranstaltungen wie der Pfingstkirmes und den Trainingsstunden engagieren“, unterstrich Ralf Reimann.

Bei den Vorstandswahlen war sich die Versammlung einig: Die kommissarische Leitung der Geschäftsführung übernimmt für ein weiteres Jahr Beate Petsch, Bruno Guthoff bleibt Koordinator des SSV. Barbara Ludwig wird als neue Sportabzeichenbeauftragte von Klaus-Jürgen Sieberg unterstützt. Bei den Fachwarten  hat sich nichts getan: Georg Weingarten kümmert sich künftig weiter um den Bereich Schwimmen, Thomas Schäfer um den Bereich Faustball. Hannelore Rumpenhorst hat das Amt der Frauenwartin inne, Cornelia Jung ist als Behindertenbeauftragte weiterhin im SSV aktiv.
Neu im Amt.
Fachwart für den Schießsport ist Udo Jostmann, Fachwart für den Kampfsportbereich ist Manuel Beuke.