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Karnevals-Wochenende ist eine gute Termin-Alternative Im entscheidenden Match musste sich Titelverteidiger HSG Menden-Lendringsen (hier Christian Thiele beim Wurf) gegen den TV Menden-Schwitten geschlagen geben. Foto: Alexander Bonsendorf Halingen. Die 24. Handball-Stadtmeisterschaft war im Grunde genommen schon abgehakt, als die Spiele noch liefen. So war in Gesprächen am Rande des Turniers die Zukunft des Championats ein intensiv besprochenes Thema. Einhelliger Tenor: Diesen Treff der heimischen Handball-Familie soll es auch weiterhin geben. „Es muss uns daran gelegen sein, dass wir auch in den nächsten Jahren eine Stadtmeisterschaft haben“, sagte zum Beispiel Gundula Bembom-Schoof schon zu Beginn der Titelkämpfe in der Halinger Mehrzweckhalle. Die Funktionärin des gastgebenden TVH und Jugendwartin des Handball-Kreises Iserlohn-Arnsberg hatte sich wie viele andere Freunde dieses Sport Gedanken gemacht. Auch sie empfindet den Termin zwischen Weihnachten und Neujahr als ungünstig. „Die Spieler wollen doch auch mal Pause haben – viele sind jetzt in Urlaub oder haben etwas anderes vor“, stellte die Halingerin auch mit Blick auf die zusammengewürfelten Besetzungen aller Teilnehmerteams fest. Ein fester Termin in einer ruhigen Saisonphase soll es sein. Und mit dem Vorschlag, dieses Turnier „stets am Karnevalssamstag stattfinden zu lassen“, ist Gundula Bembom-Schoof sicherlich nicht allein. So favorisieren auch Bruno Guthoff und Klaus-Jürgen Sieberg vom durchführenden Stadtsportverband Menden das närrische Wochenende. „Da sind die meisten Leute sowieso da und wollen feiern“, so Guthoff. „Warum kann die Stadtmeisterschaft nicht schon am frühen Nachmittag beginnen? Abends wären wir dann mit dem Turnier durch, und man kann sich immer noch dem bunten Treiben widmen.“ Guthoff und Sieberg regten daher an, dass man das Gespräch mit den heimischen Vereinen suchen werde. „Wir müssen uns möglichst zeitnah treffen – am besten noch im Januar“, hegte das SSV-Duo zudem die Hoffnung, dass dann auch der VfL Platte Heide wieder mit an Bord ist – wie mehrfach berichtet, hatte der Kreisligist seine Teilnahme aufgrund von personellen Problemen abgesagt. In der Tat klang am Freitag immer wieder durch, dass man die Handball-Kollegen aus der Bonifatius-Halle sehr vermisst habe. „Es wäre schön, wenn der VfL beim nächsten Mal wieder dabei ist“, war die einhellige Meinung während der zurückliegenden Stadtmeisterschaft, die sicherlich auch darunter litt, dass zumindest Oberligist HSG Menden-Lendringsen und auch Hausherr TV Halingen mit Notbesetzungen antreten mussten. „Aber die haben mitgemacht, und das ist wichtig“, sagte Klaus-Jürgen Sieberg, der im Regieraum der Mehrzweckhalle seinen Platz gefunden hatte und sich per Computer um die Erfassung der Ergebnisse kümmerte. „Es wäre fatal, wenn jetzt ein weiterer Verein aussteigen würde – das wäre bestimmt das Aus für die Stadtmeisterschaft“, war nicht nur aus den Mündern der Funktionäre zu hören. Dass Notbesetzungen durchaus auch Helden hervorbringen können, bewies nicht zuletzt der TV Halingen, der hinter Schwitten und der HSG (13:12) den dritten Platz belegte. Weil die etatmäßigen Keeper nicht zur Verfügung standen, übernahm zunächst Youngster Nils Spieler den Part zwischen den Pfosten. Dessen Einsatz in der Auftaktpartie gegen die HSG (10:17) dauerte 13 Minuten, danach wurde er von Feldspieler Matthias Hennemann abgelöst. Der machte seine Sache recht ordentlich und erntete während des gesamten Turniers für jede gelungene Aktion tosenden Applaus von der gut besuchten Zuschauertribüne, aber auch die Niederlage gegen den späteren Stadtmeister TV Menden-Schwitten (10:13) konnte Hennemann nicht verhindern. „Wenn man aber quasi ohne Rückraum und ohne Torwart spielt, kann man halt nicht mehr erwarten“, sagte Halingens Trainer Christoph Gutzeit, der auf Stammspieler wie Rückraumshooter Robert Ammelt, Roman Warland oder Kapitän Felix Mick verzichten musste. Der TVH-Routinier freute sich am Ende trotzdem über den dritten Platz, den sein Team durch ein 16:13 gegen Kreisligist DJK Bösperde perfekt machen konnte. Doch auch Gutzeit wusste, wie sehr gerade dieses Duell am seidenen Faden gehangen hatte. Denn es waren die Bösperder, die ihren insgesamt guten Turnierauftritt mit couragierten Spielen gegen Schwitten (5:16) und die HSG (10:16) durch ein beherztes Match gegen den Landesligisten krönten. „Wir haben alles richtig gemacht. Vielleicht wurde etwas zu überhastet abgeschlossen“, lobte Bösperdes André Nop-hut, der den urlaubenden Trainer Bernd Bolle vertreten hatte, seine Mannschaft. Die saß den Halingern stets im Nacken, holte einen 4:9-Rückstand (14.) auf und durfte beim 11:12 (22.) sogar von einer Wende träumen. Dass dieser Coup nicht gelang, hatten die Gastgeber unter anderem dem 11:13 durch Konstantin Jurek zu verdanken – der USA-Heimkehrer feierte am Freitag ein gelungenes Comeback, erzielte gegen Bösperde drei Tore. „Wir sind froh, dass wir gegen Bösperde den Totalschaden vermieden haben“, hatte TVH-Coach Gutzeit erkannt, wie eng es in der Partie um den dritten Platz zugegangen war. WP Eberhard Tripp | |